Landrätin und Bürgermeister schreiben an NRW-Gesundheitsminister Laumann

In einem Schreiben an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann appelliert Landrätin Eva Irrgang gemeinsam mit den Bürgermeistern Dr. Thomas Schöne und Michael Grossmann, auch Warstein und Werl in das Hausarztaktionsprogramm des Landes aufzunehmen. Die Verwaltungschefs fordern, die Förderkriterien für Kommunen zwischen 25.000 und 40.000 Einwohnern sowie in Bezug auf den Versorgungsgrad entsprechend anzupassen. Im Kreis Soest werden zehn von 14 Kommunen gefördert.
Irrgang, Schöne und Grossmann verweisen auf  Erfahrungen mit dem Projekt wfg.amPULS der Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH, in dem sich Kommunen, Krankenhäuser, Hausärzte mit der wfg seit 2017 gemeinsam für die langfristige Sicherung der hausärztlichen Versorgung in der Region einsetzen. Über das Projekt hätten sich bereits sechs Hausärzte niedergelassen. Vier weitere Ärzte würden gerade in die Niederlassung begleitet. Mögliche Kandidaten hätten sich bisher aber gegen eine Niederlassung in Warstein oder Werl entschieden. Die Projekterfahrungen zeigten, dass ein zentraler Entscheidungsfaktor die finanziellen Zuschüsse des Ministeriums seien.

Gerade Warstein und Werl seien aber stark vom demographischen Wandel innerhalb der Ärzteschaft und der Bevölkerung betroffen, betonen die drei Verwaltungschefs. Nach den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (Stichtag 30. November 2018) seien 13 von 20 Hausärzten in Warstein und 14 von 20 Hausärzte in Werl 55 Jahre oder älter. Wenn man die Ärzte über 55 Jahre herausrechne, ergäben sich die fiktiven kommunalen Versorgungsgrade von lediglich 45,11 Prozent in Warstein und 33,09 v. H. in Werl.

Die im Projekt wfg.amPULS angestoßenen Maßnahmen wie das Famulaturprogramm und der Aufbau von akademischen Lehrpraxen würden mittel- bis langfristig einen Einfluss auf die Anzahl der Hausärzte im Kreis Soest haben. Zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung der insgesamt 55.680 Einwohnerinnen und Einwohner in Warstein und Werl müssten jedoch kurzfristig neue Hausärzte gewonnen werden, so die Landrätin und die zwei Bürgermeister.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest

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