Internetversorgung ist Thema Nummer eins für die Unternehmen aus dem Kreis Soest.
Hilfestellung beim Thema Digitalisierung ist gefragt. Hohe Zufriedenheit mit den Standortfaktoren.

Die kreisweite Unternehmensbefragung, zu der die wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH aufgerufen hatte, ist abgeschlossen. Insgesamt haben mehr als 350 Unternehmen teilgenommen.

Abgefragt wurden neben allgemeineren Parametern, wie der Branchenzugehörigkeit und der Betriebsgröße, vor allem die Einschätzung der Standortfaktoren, die Zukunftsfelder und der Stand der Digitalisierung.

Mit der Befragung möchte die wfg herausfinden, was die Unternehmer bewegt, welche Themen ihnen für die Region wichtig sind und wie sie die Standortqualität einschätzen. Daraus entstehen Handlungsleitlinien für politisches Handeln und konkrete neue Angebote bei der wfg oder bestehende Angebote/Projekte  werden angepasst. Diesen direkten Kontakt zu den Unternehmen und den Einschätzungen zur Standortqualität wird die wfg auch zukünftig fortschreiben.

Betriebsgrößen nach Mitarbeitern

Bei ca. 40 % der teilgenommenen Betriebe handelt es sich um kleine Unternehmen zwischen 5 und 24 Beschäftigten. 15 % der Teilnehmer haben 25-49 Beschäftigte, 23 % 50-249 Beschäftigte. Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ergeben einen Anteil von ca. 8 %. Weitere 14 % der Antwortgeber haben weniger als fünf Mitarbeiter.

Betriebsgrößen nach Mitarbeitern

Zuordnung nach Zukunftsfeldern

Bei der Frage, welchen Zukunftsfeldern sich die Unternehmen am ehesten zuordnen würden (hier waren Mehrfachnennungen möglich), sah die stärkste Gruppe mit ca. 21 % den Metall- und Maschinenbau als eine entscheidende Disziplin. Aber auch die Gesundheitswirtschaft und Information und Kommunikation sind mit jeweils ca. 15 % ähnlich stark im Fokus der zukunftsträchtigen Themenfelder. Mit jeweils 13 % folgen die Themen Logistik und Gebäudetechnik. 10 % für den Bereich Automotive und 8 % für hochwertige Dienstleistungen. Zahlreiche weitere Nennungen gab es bei  „Sonstiges“. Hier haben die Unternehmen vor allem ihre eigenen Schwerpunkt- und Teilbranchen genannt. Demnach werden die eigenen Branchen oftmals gleichzeitig als zukunftsträchtig angesehen.

Welche Themen beschäftigen jetzt, später, gar nicht?

Bei der Frage, welche Themen die Unternehmen besonders beschäftigen und zu welchem Zeitpunkt diese relevant werden (jetzt, später, gar nicht), hat das Thema „Finden/Halten geeigneter Fachkräfte“ höchste Priorität. Mehr als 83 % der Befragten halten dies schon jetzt für ein drängendes Thema. An Position zwei mit ca. 76 % folgt das Thema Digitalisierung. Die Themen Innovation und Prozessoptimierung sind mit annährend 70 % ebenfalls als sehr wichtig hervorzuheben. Aber auch Energie-  und Ressourcenverbrauch (54 %) sowie Investition und Erweiterung (50 %) spielen bei etwa der Hälfte der Befragten schon jetzt eine wichtige Rolle. Bei allen Antworten ist aber zumindest auch eine „spätere“ Beschäftigung mit diesen Themen von vielen Unternehmen beabsichtigt. So liegt die Antworthäufigkeit von „beschäftigt uns gar nicht“ bei  fünf der acht Fragen unterhalb von 12 %. Erfreulicherweise sind die Themen Entlassung und Geschäftsaufgabe bei den Befragten fast gar nicht relevant (1,4 % beschäftigen sich lediglich damit).

Wichtigkeit der Standortfaktoren

Aber welche Standortfaktoren im Kreis Soest sind denn nun für die Unternehmen besonders wichtig und wie zufrieden sind sie mit diesen? Dazu wurden neun Kategorien von der Internetverbindung über die hausärztliche Versorgung bis hin zum Standortimage und Ausbildungsangeboten abgefragt.

Als maßgeblich ist hier vor allem die Internetversorgung genannt worden. Demnach halten beinahe 87 % der Befragten diese für „sehr wichtig“ und weitere 12 % für „wichtig“. Lediglich zusammen 1,3 % halten es für „weniger wichtig“ oder „nicht wichtig“.

Zufriedenheit mit den Standortfaktoren

Fragt man hingegen nach der Zufriedenheit mit diesen Standortfaktoren, liegt die generelle Zufriedenheit mit z.B. der Internetversorgung bei etwas mehr als 58 %. Der Rest ist mit der derzeitigen Versorgung eher nicht zufrieden. Hier ist stattdessen eine hohe Zufriedenheit mit der Nähe zu den Hochschulen und Forschungseinrichtungen gegeben (>92 %). Dabei wird die Wichtigkeit allerdings eher niedriger eingeschätzt (43 % halten dies für wichtig).

Generell ist die Zufriedenheit mit den meisten Standortfaktoren eher hoch bis sehr hoch. Bei den Themen Weiterbildung, Ausbildungsangebote und Standortimage sind zwischen 70 und 80 % zufrieden.

Etwas größeren Gruppen sehen lediglich bei den Themen Flächen, Internet und hausärztliche Versorgung Defizite. Dennoch sind diese Antwortgruppen mit rund einem Drittel und weniger noch verhältnismäßig klein.

Die Antworten zeigen, dass es bei bestimmten Themen Nachhol- oder Förderbedarf gibt. Die wfg hat die hier „auffälligen“ Themenbereiche zuvor bereits erkannt und kann sich durch die Umfrageergebnisse bestätigt fühlen, die richtigen Angebote aufgebaut zu haben, um hier für Besserung zu sorgen. Gemeinsam mit dem Kreis Soest startet derzeit z.B. der Breitbandausbau voll durch. Und mit dem Projekt wfg.amPULS begegnet die wfg einem drohenden Hausärztemangel. Weitere Projekte sind in Planung.

Andere Themen wie die der Flächenverfügbarkeit oder deren Preisgestaltung sind hingegen kommunalpolitische Aufgaben und können somit den Kommunen als Anhaltspunkt dienen. Aber auch diese sind aufgrund von Restriktionen bei Flächenausweisungen einer starken Regulierung unterzogen und haben daher nur bedingt Einfluss darauf.

Stand der Digitalisierung

Bei der Digitalisierung beschäftigen sich bereits gut zwei Drittel der Befragten mit dem Einsatz oder der Umsetzung in den Betrieben. Eine genauere Nachfrage zeigt jedoch, dass die Tiefe der Umsetzung und auch die jeweilige individuelle Definition des Themas Digitalisierung weit auseinander gehen.

Gut auf Digitalisierung vorbereitet

Mehr als 60 % der Unternehmen fühlen sich gut auf die Digitalisierung vorbereitet. Fragt man jedoch nach konkreten Feldern, in denen Unternehmen selbst nicht weiterkommen, so gibt es in vielen Bereichen offensichtlich Unterstützungsbedarf. Von den Unternehmen, die auf die Frage „Fühlen Sie sich auf die großen Veränderungen, die mit diesen Technologien auch für Sie einhergehen, gut vorbereitet und informiert?“ geantwortet haben, antworteten  immerhin noch etwa zwei Drittel der Teilnehmer auf die Frage „In welchen Bereichen sie gegebenenfalls Unterstützung benötigen“. Vor allem bei den Themen Onlinemarketing/Soziale Medien, Controlling und digitale Geschäftsmodelle ist Unterstützungsbedarf vorhanden. Aber auch bei den produzierenden Unternehmen besteht im Bereich Automatisierung und Industrie 4.0 Bedarf beim Lösen der Herausforderungen.

Hoher Bekanntheitsgrad des Digitalen Zentrums Mittelstand

Erfreulich ist, dass das neue „Digitale Zentrum Mittelstand“ trotz der kurzen Zeit des Bestehens (01.01.2018) und der erst kürzlich begonnenen Tätigkeit der Digitalisierungsscouts seit dem 01.06.2018 bereits einen relativ hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Demnach sind das DZM und die dortige Arbeit bereits bei 21 % der Befragten bekannt. Weitere 22 % kennen es noch nicht, würden sich aber über eine Kontaktaufnahme freuen.

Die Erkenntnisse für die wfg

Die Ergebnisse der wfg.Unternehmensbefragung 2018 bestärken die wfg in ihrer derzeitigen Themenausrichtung. Eine zukünftig noch stärkere Fokussierung der Arbeit der Wirtschaftsförderung auf die Themenfelder Fachkräfte, Innovation und Digitalisierung sowie Ressourcen- und Energieeffizienz ist aufgrund der Ergebnisse sinnvoll. Neue Angebote werden bereits erarbeitet, so dass zukünftig weitere Lösungen und Ansätze zur Verfügung stehen werden. Die wfg bedankt sich ganz herzlich bei den Teilnehmern, den Wirtschaftsstandort Kreis Soest weiter zu verbessern und freut sich mit dem Input aus der Wirtschaft die richtigen Unterstützungsangebote auch zukünftig nach den Bedürfnissen und in enger Abstimmung mit den heimischen Unternehmen anbieten zu können.